DIE URKUNDE VON 1010

Die Urkunde des Königs Heinrich II., ausgestellt am 16. April 1010 in Regensburg, erwähnt den Namen Ubingun zum ersten Mal.

Um das Jahr 900 n. Chr. erwuchs Bayern eine Gefahr aus dem Osten, die für mehr als ein halbes Jahrhundert zu einer Bürde für das ganze Abendland wurde. Die Ungarn waren von ihren Ländern am Schwarzen Meer verdrängt worden und gingen unter ihrem Führer Arpad auf Siedlungssuche nach Westen. Das bayerische Heer, das die Hauptlast der Ungarnabwehr trug, erlitt 907 bei Preßburg eine vernichtende Niederlage. Herzog Arnulf trat die Nachfolge seines in dieser Schlacht gefallenen Vaters Luitpold an. Herzog Arnulf reorganisierte und verstärkte die bayerischen Truppen. Zur Finanzierung der Landesverteidigung kam es zu umfangreichen Enteignungen von Kirchengut. Insbesondere die Klöster, die durch ihre großen Anstrengungen, das Land zu entwickeln, den Grund für jene spezifisch christlich-altbairische Kultur, die uns heute allzuoft nur mehr als Folklore entgegentritt, gelegt haben, gingen nieder – oft bis zum völligen Ruin. Erst mit der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg wurden 955 die Ungarn endgültig aus Bayern vertrieben. Aber auch kircheninterne Entwicklungen trugen zum Verfall monastischen Lebens bei. Das Land war nicht nur materiell ausgeblutet.

Herzog in Bayern war inzwischen Heinrich der IV., der als Heinrich II. im Jahre 1002 deutscher König und 1014 Kaiser wurde. Auch der politisch weitsichtige König Heinrich II. brauchte für die Hebung der Landeskultur in Bayern die Klöster. Er verschaffte den alten Monasterien eine neue wirtschaftliche Basis, indem er ihnen auf der Grundlage so genannter „Entfremdungslisten“ früheren Besitz zurückgab. Am 16. April des Jahres 1010 ließ König Heinrich II. in der Reichskanzlei zu Regensburg eine Urkunde ausfertigen, in der er den Kanonikern von Polling, die später die Regel der Augustiner-Chorherren angenommen haben, Besitzungen in acht oberbayerischen Orten zurückgibt, darunter auch in Aubing. In dieser Urkunde ist Aubing als „Ubingun“ zum ersten Mal beim Namen genannt. Neben dieser Erstnennung ist für die Aubinger Ortsgeschichte aber auch die Tatsache von großer Bedeutung, daß das Kloster Polling in Aubing Altbesitz aus seiner benediktinischen Frühzeit hatte. Bezüglich der Herkunft des Pollinger Besitzes in Aubing ist an eine Vergabung durch die frühen bayerischen Herzöge zu denken. Dieser Umstand rückt die Möglichkeit, Polling auch als Gründer der Aubinger Ortskirche in Betracht zu ziehen, ins Blickfeld.

Aubing ist in der Königsurkunde gleich zweimal erwähnt. Dem Stift Polling sollten nämlich nicht nur Höfe und Land in Aubing zurückgegeben werden, sondern auch der Zehent. Das war der zehnte Teil der Produktion der Bauern, welche die Zehenthöfe bewirtschafteten. Obgleich das Stift Polling im Bistum Augsburg lag, erwies sich der Freisinger Bischof Egilbert, Kanzler und Freund Heinrichs II., als wichtiger Vertreter der Interessen Pollings. Heinrich II. wurde schließlich als Gründer des Bistums Bamberg mit seiner Frau Kunigunde heilig gesprochen.

Zum Inhalt

Ziele

Durch die Gestaltung des Festjahrs 2010 soll im ganzen 22. Stadtbezirks der Landeshauptstadt München das Bewusstsein um die reiche Geschichte des Aubinger Siedlungsraums geweckt und gestärkt werden. Die Feier unserer sehr weit in die Vergangenheit reichenden Wurzeln möge die Identität unseres Orts am Rande der Großstadt für die Zukunft bewahren und die Gemeinschaft untereinander weiter wachsen lassen.